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June 21, 2008

 

Mehrheit der Migrantinnnen ohne Berufsausbildung

Kategorie: NACHRICHTEN_MESSAGES
Geschrieben von ypdoderer am June 21, 2008 11:02 AM


Mehrheit der Migrantinnnen ohne Berufsausbildung
zwd Berlin (jvo).

Migrantinnen sehen sich in allen Bereichen des täglichen Lebens mit Vorurteilen konfrontiert, die ihnen einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung, Beruf und sozialen Diensten erschweren. So lautet das Fazit der Bundesregierung zur Lebenssituation von Frauen in ihrem Bericht über die Lage der Ausländer und Ausländerinnen in Deutschland, den der Bundestag am 17. Juni debattierte.

Der Bericht zeige auf, dass alle Kräfte in Bildung und Ausbildung investiert werden müssen, kommentierte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung und Vorsitzende der Frauen Union, Maria Böhmer, den Bericht. Nur 38 Prozent der 20- bis 24-jährigen Migrantinnen haben demnach eine duale oder vergleichbare Ausbildung abgeschlossen. Unter den jungen Männern mit Migrationshintergrund sind es immerhin 42 Prozent. Von den jungen Frauen ohne Migrationshintergrund haben 63 Prozent eine Berufsausbildung absolviert.

Integrationsbeauftragte: Elternarbeit stärken
Die Integrationsbeauftragte Böhmer will insbesondere die Elternarbeit stärken. „Gerade die Mütter von Kindern aus Zuwandererfamilien müssen wir aus der Sprachlosigkeit holen“, sagte sie. Für den Bildungserfolg der Kinder und Jugendlichen sei es entscheidend, dass zu Hause Deutsch gesprochen werde und Eltern ihre Kinder aktiv im Bildungsprozess unterstützen könnten. Um Müttern die Teilnahme an Sprachkursen zu erleichtern, empfiehlt sie eine verbesserte kursbegleitende Kinderbetreuung. Fehlende Angebote dürften keine Teilnahmehindernis sein, stellte Böhmer klar.

Höhere Erwerbsbeteiligung von Polinnen und Russinnen
Die geringen Chancen der Migratinnen auf dem Ausbildungsmarkt bestehen auf dem Arbeitsmarkt fort. Der Frauenanteil bei den Erwerbstätigen ohne Migrationshintergrund beträgt 46 Prozent. Unter den Nichtdeutschen liegt er bei nur 39 Prozent. Dabei weisen die Frauenanteile an der Ausländerbeschäftigung je nach Nationalität eine enorme Streubreite auf. Mit 57 Prozent stellen die Polinnen einen weit überproportionalen Anteil der polnischen Beschäftigten, und auch die Russinnen liegen mit 47 Prozent über dem Frauenanteil der deutschen Beschäftigten. Türkinnen stellen zwar die absolut größte Gruppe ausländischer Arbeitnehmerinnen (138.000), haben aber nur einen Anteil von knapp unter 30 Prozent; am unteren Ende der Skala liegen mit weniger als 10 Prozent Frauen aus Pakistan.
(19.06.2008)


 

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