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26.05.09

 

Wahrnehmungslehre. Gestaltungsgrundlagen

Kategorie: 02_Seminarinhalte und Reflexionen
Geschrieben von marcusklug am 26.05.09 23:07

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Magritte.jpg


Die Lichter sind erloschen, der rote Samtvorhang geht auf. Auf der Bühne ist ein Baum zu sehen, außerdem ein Mann und eine Frau. Der Mann wendet sich zu der Frau, während er mit seinem Finger auf den Baum zeigt: "Siehst du, dort steht ein Baum!" - Daraufhin wendet sich die Frau dem Mann entgegen und erwidert leicht nachdenklich gestimmt: "Woher weißt du, dass dort ein Baum steht?" - Der Mann: "Weil ich ihn sehe". - Darauf die Frau mit einem verschmitztem Lächeln: "Aha". Der Vorhang fällt, aber die Gemüter sind erhitzt. Das Stück wirft eine Frage auf, die seit Jahrtausenden zur Debatte lädt.

Diese Geschichte habe ich aus einer größeren Erzählung entnommen, die Heinz von Foerster gegenüber Bernhard Pörksen in dem wunderbaren Buch "Die Gewissheit der Ungewissheit. Gespräche zum Konstruktivismus" entfaltet. Der Mann, so Foerster, steht für den Glauben, dass eine beobachterunabhängige Realität an sich für wahrscheinlich gehalten werden müsse, während die Frau diese Annahme in Frage stellt. Für sie ist die Wahrnehmung des Baumes an die eigene Beobachtung geknüpft.

"Ceci n’est pas une pipe" - "Dies ist keine Pfeife." Auch der Künstler schafft auf der Basis seiner Beobachtungen eine eigene Realität. Da berührt er die Frau auf der Bühne.

Noch raffinierter fällt diese imaginäre Begegnung allerdings aus, wenn die Bühne selbst zum Teil der Darstellung wird, oder, wie im Falle René Magrittes, die Pfeife, die wie der Baum eine Grenze markiert: Einerseits unsere subjektive Wahrnehmung und das Material bzw. die Mittel, diese zum Ausdruck bringen zu wollen, z.B. anhand von Farben oder Worten. Andererseits der Bezug auf jene Welt, der sich hinter dieser Darstellung verbirgt und doch zugleich in jedem Moment mit ihr aufs innigste verbunden scheint.

"Ein Bild ist nicht zu verwechseln mit einer Sache, die man berühren kann. Können Sie meine Pfeife stopfen? Natürlich nicht! Sie ist nur eine Darstellung. Hätte ich auf mein Bild geschrieben, dies ist eine Pfeife, so hätte ich gelogen. Das Abbild einer Marmeladenschnitte ist ganz gewiss nichts Essbares." (René Magritte)



 

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